Meistens fängt es ja so schleichend an. Die rosarote Brille vom Anfang der Beziehung ist abgesetzt und an ihre Stelle ist der ganz normale Wahnsinn – euer gemeinsamer Alltag getreten:

Jeder ist beruflich voll eingespannt, gemeinsame Zeit Mangelware. Oft geht es nur um seinen Job, er hat dich schon ewig nicht gefragt, wie es bei dir läuft. Die Schmutzwäsche scheint sich wundersam heimlich zu vermehren, die Küche sieht aus wie nach der Schlacht und neulich ist Tussi die Hausspinne ganz gemütlich in ihrem neuen Netz an der Decke spazieren gegangen.

Und du sitzt da mit Druck und einem Berg von Arbeit, denn schließlich macht sich so ’ne Selbstständigkeit ja nicht von allein. Apropos allein: Mr. Right könnte auch mal wieder seine Finger regen, sich mal ein bisschen mehr am Haushalt oder der Kindererziehung beteiligen. Immer musst DU alles machen:

  • Wertvolle Zeit, die du für dein Business brauchst, verbringst du mit putzen und anderen lästigen Alltagsdingen
  • du bist sauer auf Deinen Schatz, weil er sich so gar nicht für dein Business interessiert und
  • obwohl du durch die Gegend hetzt, laufen deine Geschäfte nicht so gut.

Schlechte Laune, Frust oder sogar der nächste Streit sind vorprogrammiert.

#1 Die starke Frau hält inne und sagt JA

Vielleicht sieht deine Situation nicht ganz so extrem aus, aber ein Funken Wahrheit könnte dran sein, wenn du bis hierher gelesen hast. Auf jeden Fall sind da Gefühle – und wahrscheinlich keine guten. Es ist ganz normal, dass du die erst mal loswerden willst.

Gern und am einfachsten geht das meist, indem du dich voll auf deinen Partner „stürzt“. Dein Focus liegt bei ihm und deinen Beschwerden oder sogar Vorwürfen, die du ihm machst. Nur leider ändert das nichts und bringt dich auch nicht wirklich weiter.

Denn solange du feststeckst in der Beschwerde, geht dir ein großer Teil deiner wertvollen Energie verloren, die du für dich und dein Business dringend brauchst.
Egal ob du dich nicht genug, an den falschen Stellen oder überhaupt nicht unterstützt fühlst: um herauszufinden,

  • was die Gründe dafür sind,
  • wo du hinschauen und
  • was du verändern kannst,

brauchst du eine gute Strategie und die richtigen Hilfsmittel, damit es bald besser läuft. Und weil Unzufriedenheit nunmal ein blödes Gefühl ist, will ich damit starten.

 

Sag JA zu dem, was und wie es gerade ist. Dann kann es sich zum Guten wenden.
Das ist das Mutigste und Heilsamste, das du als Erstes für dich selbst tun kannst, wenn dir unangenehme Dinge zu schaffen machen. Zuerst beruhige dich selbst und komm aus dem Kopf:

  • sobald du Aufregung bei dir bemerkst, brauchst du erst mal Bewegung. Ja du hast richtig gehört, geh’ einmal um den Pudding oder lauf die Treppen hoch und runter. Das Adrenalin, das bei Stress in deinem Körper kreist, muss abgebaut werden,
  • such dir danach einen ruhigen Platz und hör auf deine Gedanken. Sag einfach innerlich „STOP“, wenn es keine guten sind,
  • lenke deine Aufmerksamkeit auf deinen Körper und atme so ruhig und tief du kannst in deinen Bauch:

3 Serien: 4 Zeiten durch die Nase ein, 4 durch den Mund aus,

3 Serien: 4 Zeiten durch die Nase ein, 6 durch den Mund aus,

3 Serien: 4 Zeiten durch die Nase ein, 8 durch den Mund aus…

  • denke beim Einatmen „EIN“ und beim Ausatmen „ AUS“.

Ich kann mir deine Ungeduld vorstellen, schließlich wolltest du hier nicht atmen lernen, sondern ER ist es ja, der nicht…. Geduld, Geduld, dazu kommen wir noch. Du wünschst dir mehr Unterstützung. Entweder ist das bei ihm nicht angekommen oder es gibt andere Gründe.

Wenn du nun ruhiger bist, frage dich:

  • Welche Gefühle habe ich?
  • Wie geht’s mir damit?
  • Was denke ich über ihn, die Situation, vor allem aber über mich selbst?
  • Was tue ich dann oder eben auch nicht, wenn es mir so geht?

Beantworte die Fragen und finde es heraus. Je genauer du bist, desto einfacher kannst du die Dinge später in die gewünschte Richtung bringen. Lenke den Focus voll und ganz auf deinen Körper und dein Innenleben.

Sag JA zu dem was ist:

  • JA im Moment bin ich total sauer auf…
  • JA im Moment mecker ich nur rum über ….
  • JA im Moment würde ich am liebsten …..!
  • JA im Moment fühl’ ich mich total alleingelassen…
  • JA im Moment hab’ ich deshalb tierischen Druck…

Du weißt also jetzt, was dich bewegt.

#2 Die starke Frau übernimmt Verantwortung (1)

Auch für ihre Gefühle. Gefühle machst du dir leider und zum Glück hundertprozentig selbst. Leider weil sie dich behindern und sich echt nicht gut anfühlen und zum Glück, weil dir dadurch niemand vorschreiben kann, wie du dich fühlst. DU bist und bleibst der Bestimmer deiner Gefühle.

Du lebst und handelst nach deinen Gefühlen.
Sie sind ein wunderbarer Kompass dafür, wie es dir geht, geben dir Hinweise darauf, was du gerade brauchst und sind damit eine riesige Quelle deiner Selbsterkenntnis.

Gefühle entstehen auch biochemisch, doch vor allem durch Deine Gedanken.
Mach ein kleines Experiment: denk mal eine Minute den Satz: „Ich bin stinksauer“. Wie fühlt sich das an? Jetzt denk mal eine Minute den Satz: „Ich bin großartig in dem, was ich tue“. Was fühlst du jetzt? Ok ich sehe ein, das scheint jetzt ein wenig platt und nicht immer gelingt es, nur mit Hilfe annehmender und positiver Gedanken die eigene Laune vollständig zu bessern.

Ein guter Anfang ist es allemal. Es ist unmöglich, gleichzeitig was Gutes UND was Schlechtes zu denken und dann hilft es dir mehr, positive Selbstgespräche zu führen und dich damit weiter selbst zu beruhigen.

Richte deinen Focus auf stärkende Gedanken.
Das bedeutet nicht, sich das Leben da schön zu reden, wo es echt nicht schön ist, sondern nur, deine negativen Gedanken und damit die darauffolgende negative Gefühlsspirale zu stoppen (denk an das Experiment). So platt es klingt, es funktioniert. Probier es aus:

Bleib nach dem tiefen Atmen mit der Aufmerksamkeit bei dir und denke anstatt
„Wieder hängt hier alles an mir“ lieber:

  • „JA im Moment hängt alles an mir“
    „Ich mach jetzt ganz in Ruhe eins nach dem anderen “ oder
  • „JA ich ärgere mich gerade total darüber.“
    „Ich finde jetzt ’ne bessere Lösung“

Im besten Fall geht es dir jetzt noch besser. Nicht nur wegen der besagten Körperchemie, sondern weil dein Gehirn gerade neue verändernde Schaltungen für dich schafft. Das kann es deshalb, weil du auf deinen neuen positiven Gedanken sofort auch eine neue positive Handlung folgen lässt. Du tust was NEUES.

Was du tun kannst, wenn Du aufgeregt bist

  1. Bewegung
  2. innehalten
  3. Focus zu Körper und Atem
  4. Gedanken stoppen
  5. tief atmen 4/4 – 4/6 – 4/8
  6. Gefühl wahrnehmen
  7. JA sagen
  8. anders handeln

Soweit so gut. Wo stehst du jetzt bestenfalls?

  • Du bist aus dem Kopf,
  • dein Körper hat sich beruhigt,
  • du kannst sagen, wie’s dir innerlich geht und warum.

Prima. Leider hast du immer noch das Gefühl, dass dir Unterstützung fehlt. Was nun?

#3 Die starke Frau übernimmt Verantwortung (2)

Auch für ihren Anteil am Geschehen. Ob du dich nun ärgerst, dass „Mann“ den Geschirrspüler nicht ausräumt, die Kinder wieder nicht pünktlich aus der Kita abholt oder dir keine aufmunternden Worte wegen des geplatzten Auftrags sagt: Es geht dir nicht gut damit. Die beste Frage die du dir jetzt stellen kannst, lautet:

Was trage ICH dazu bei, dass es zwischen uns so läuft? Die Hälfte der Verantwortung liegt immer bei Dir selbst.
Je schneller es dir gelingt, diese Einstellung tief zu verinnerlichen, desto wirkungsvoller kannst du dafür sorgen, dass sich die Dinge für dich und euch zum Guten wenden. Du hörst damit auf, ihn verändern zu wollen. Das kann er nur aus seiner eigenen Entscheidung selbst. Deinen eigenen Anteil am Geschehen kannst du sofort beeinflussen und verändern.

Diese wichtige Frage bringt dir manchmal genial einfache oder überraschende Selbsterkenntnisse und Lösungen, z.B.:

  • Du hast nicht klar gesagt, was du dir wünschst?
  • Du bist verletzt, weil dein Schatz sich nicht mehr um dich kümmert?
  • Du willst, dass alles immer perfekt sauber ist?
  • Du hast Angst, ihm offen zu sagen, was dich stört?
  • Du lädst deinen Frust aus dem Business bei ihm ab?
  • Du hast ein schlechtes Gewissen, dass du nicht alles allein schaffst?
  • Du fühlst dich nicht genug gesehen und gewertschätzt?
  • Du hast einen Fehler gemacht und es fällt dir schwer, ihn einzugestehen?
  • Du kannst nicht so gut um Hilfe bitten oder welche annehmen?

Durch deine Selbstreflexion kommst du weg von der Beschwerde hin zur Klärung. Das bringt dich wieder mehr in deine Kraft. Wichtige Kraft für dein Business, denn der Focus bleibt bei dir. Vielleicht erkennst du altbekannte Muster. Vielleicht stellst du fest, dass du eigentlich nur mehr Sicherheit bei deinem Partner suchst, weil du selbst Angst hast, den nächsten großen Schritt in deinem Business zu gehen.

Das Wichtigste ist, bei dir selbst und mit deinem Partner darüber im Austausch zu bleiben. Du lässt ihn an deiner inneren „Welt“ teilhaben und kannst dich bemühen, auch i h n besser zu verstehen.

Schau mit Wohlwollen durch die Augen Deines Partners
Auch wenn du es gar nicht so meinst, kann es doch sehr schnell passieren, dass du dich in deinem Ärger im „Recht“ fühlst oder im Streit den Respekt für ihn verlierst. Dann fallen manchmal Worte, die verletzen und die du vielleicht später bereust. Versetz dich lieber erst mal in seine Lage, bevor ihr sprecht:

  • Woran könnte es liegen, dass er zu spät zur Kita kam?
  • Steht er unter Druck und hat es beruflich gerade genauso schwer?
  • Wie viel liegt ihm daran, den Geschirrspüler perfekt einzuräumen?
  • Ist ihm vielleicht Zeit mit dir wichtiger als putzen?
  • Ist ihm der gemeinsame Haushalt wirklich egal?
  • Hat er ein anderes Rollenverständnis von Mann und Frau?
  • Mit welchen Augen sieht er dich, auch in deiner Selbstständigkeit?
  • Stört ihn an deinem Business, dass ihr weniger Zeit füreinander habt?

So ein respektvoller Perspektivwechsel hat meistens zur Folge, dass du deinen Schatz besser verstehst und auch mehr Verständnis für sein Verhalten haben kannst. Du kommst raus aus Vorwürfen, Forderungen, Schuldzuweisungen und Beschwerden und kannst den eigenen Anteil an der Reaktion des Anderen sehen. Das bringt mehr Ruhe, Milde und bestenfalls Vergebung ins Geschehen.

Finde mit ebenbürtiger Haltung gute Lösungen
Wenn du an diesem Punkt angekommen bist, ist es meist leicht, ein wirklich liebevolles, von Respekt getragenes Gespräch zu führen, bei dem ihr beide gewinnt. Das ist heilsam.

Hier geht es zu Teil 2

 

Lass dein Licht leuchten und wage deinen nächsten Schritt.

 

Herzlichst deine Christina